Unsere Bäume. Regional, mitten im Waldviertel.

Laubbäume
Stieleiche und Traubeneiche (Quercus robur, Quercus petraea)

In Österreich kommen vor allem die beiden Eichenarten Stieleiche und Traubeneiche vor. Die Traubeneiche fühlt sich in wärmeren Lagen auf trockenen bis frischen, tiefgründigen Standorten wohl. Dagegen besiedelt die Stieleiche vor allem wechselfeuchte und auch staunasse Standorte. Eichen bilden wie die Tannen Pfahlwurzeln aus, wodurch sie in sehr tiefe Bodenschichten vordringen können.

Die Eichen sind eine sehr lichtbedürftige Baumart und benötigen aufgrund der Frostempfindlichkeit und des hohen Verbissdruckes durch Schalenwild, einen besonders hohen Pflegeaufwand während des Jugendstadiums. Vor allem die ökologische Bedeutung von Eichen, sowohl als lebender Baum, als auch als Totholz, ist beeindruckend. Auf keiner einheimischen Baumart leben mehr Insektenarten als auf Eichen.

Spitz-, Berg- und Feldahorn

In Österreich kommen drei verschiedene Ahornarten vor: der Spitzahorn, der Bergahorn und der Feldahorn.  Vom Bergahorn werden vor allem gut mit Wasser versorgte Standorte besiedelt. Dagegen gedeihen der Spitz- und Feldahorn auch auf mäßig mit Wasser versorgten Standorten. Im Waldviertel wird vor allem der Berg-, als auch der Spitzahorn aufgeforstet.

Die Ahornarten verjüngen sich auf passenden Böden sehr gut in der Naturverjüngung und die jetzt aufgeforsteten Bäume dienen in künftigen Generationen sehr gut als Samenbäume.

Rotbuche (Fagus sylvatica)

Die Rotbuche wird auch als die „Mutter des Waldes“ bezeichnet. Sie ist besonders gut an die Klima- und Bodenbedingungen in Mitteleuropa angepasst und gilt als eine der wichtigsten Baumarten im Hinblick auf den Klimawandel. Ohne menschliche Eingriffe wäre Mitteleuropa mit überwiegend Buchen bedeckt. Sie ist sehr anspruchslos was die Bodenbedingungen betrifft, solange es keine Extrembedingungen sind und wächst sowohl auf bodensauren, als auch auf kalkreichen Böden. Nur staunässe Böden und extrem trockene Standorte werden von der Rotbuche gemieden.

Leider ist die Buche als Schattenbaumart für Kahlflächen, welche nach einem flächigen Borkenkäferbefall oft entstehen, nur sehr bedingt geeignet, da die Buche Strahlungsfröste nicht gut verträgt und im Naturwald stets im Halbschatten aufwächst.

Winter- und Sommerlinde (Tilia cordata, Tilia playphyllos)

Die Winterlinde besiedelt eher die kühleren Regionen, erträgt aber dafür mehr Trockenheit als die Sommerlinde. Sie besiedelt auch Standorte, an welchen andere Baumarten starke Schwierigkeiten haben. So besiedelt sie auch lockere Schuttböden oder staunasse Böden, auf welchen sie im Gegensatz zu anderen Baumarten auch tief wurzeln kann. Sie ist im Allgemeinen sehr anpassungsfähig und gedeiht auch auf nährstoffärmeren Böden. Durch ihre starke Anpassungsfähigkeit hat sie auch gute Chance durch den Klimawandel eine wichtige Rolle einzunehmen.

Die Sommerlinde ist dagegen eine wärmeliebende Schattenbaumart, welche nährstoffreiche und gut wasserversorgte Böden bevorzugt. Saure und trockene Standorte werden eher gemieden. Sie spielt forstwirtschaftlich eine geringere Rolle als die Winterlinde, da die Sommerlinde stark spätfrostgefährdet ist.

Wildkirsche (Prunus avium)

Die Wildkirsche oder auch Vogelkirsche genannt, bevorzugt sonnige, warme Lagen mit tiefgründigen, nährstoffreichen Böden, wogegen sie nasskalte, dicht gelagerte und stark wechsel-trockene Böden meidet. Sie bildet ein Herzwurzelsystem mit weit reichenden Seitenwurzeln, aber geringer Feinwurzelintensität, aus.

Nadelbäume
Europäische Lärche (Larix decidua)

Die Europäische Lärche ist die einzige europäische Nadelbaumart, welche die Nadeln im Winter verliert.

Man findet die Lärche vor allem im Gebirge. Da sie aber als Bau- und Möbelholz sehr geschätzt wird, wurde sie in vielen Teilen Österreichs aufgeforstet. So ist z.B. die Wienerwaldlärche sehr bekannt. Sie hat unter den Nadelhölzern das härteste und schwerste Holz. Sie wird vor allem als Sichtholz verwendet, da der leicht rötliche Farbton sehr ansprechend ist.

Als Lichtbaumart benötigt die Lärche regelmäßig Platz zum Wachsen, weswegen sie vor allem in den ersten Jahren von benachbarten Bäumen freigestellt wird. So wird verhindert, dass die Lärche von schattenverträglicheren Baumarten verdrängt werden kann.

Sie fühlt sich vor allem auf frischen bis mäßig frischen, gut durchlüfteten Böden wohl.

Waldkiefer (Pinus sylvestris)

Die Waldkiefer ist ein immergrüner Nadelbaum, welcher in seiner Jugendphase, wie auch die Lärche, sehr viel Licht benötigt. Sie ist vor allem auf mageren Böden eine oft bestandesbildende Baumart und besiedelt oft mäßig trockene, lockere Böden unabhängig vom Grundgestein. Die Waldkiefer ist sehr anpassungsfähig und gegen Frost und Hitze relativ unempfindlich. Daher bietet sie sich gerade in Bezug auf den Klimawandel sehr gut an.

Fichte (Picea abies)

Die Fichte ist die mit Abstand häufigste Baumart in Österreich und wird oft als „Brotbaum der Forstwirtschaft“ bezeichnet. Sie ist eine immergrüne Baumart und erreicht eine Höhe von maximal 40 Meter. Als Flachwurzler gelangt sie nur an die obersten Bodenschichten und ist damit sehr anfällig auf Wassermangel. Die Fichte ist eine eher anspruchslose Baumart was den Nährstoffgehalt des Bodens betrifft.

Sie wurde viele Jahre auf nicht passenden Standorten als Monokultur aufgeforstet. Durch einigen sehr trockenen und heißen Jahren in niedrigen Lagen wurde die Fichte zusätzlich sehr stark geschwächt und daraufhin massenhaft vom Borkenkäfer befallen.

Somit wandert sie nun allmählich in höhere Lagen ab ca. 800 Meter Seehöhe.

Weißtanne (Abies alba)

Die Weißtanne gehört zu den hoffnungsvollsten Baumarten angesichts des Klimawandels. Sie ist eine sehr schattentolerante Baumart, welche vor allem in der Jugendphase auch mit sehr schlechten Lichtverhältnissen bestens zurechtkommt. Sie ist eine wichtige Mischbaumart, welche vor allem im Fichten-Tannenwald, als auch im Fichten-Buchen-Tannenwald bis auf eine Seehöhe von 2000 m vorkommt.

Die Tanne erschließt mit ihrem stark ausgebildeten Pfahlwurzelsystem auch dichte Böden und zählt zu den am tiefsten wurzelten Baumarten. Damit kann sie natürlich auch Grundwasser in tiefen Lagen erreichen und ist somit nicht so anfällig auf trockene Sommer. Außerdem schützen sie die in die Tiefe ragenden Wurzeln vor Sturmereignissen. Gleichzeit wird so auch der Waldboden vor Erosionen und Rutschungen geschützt. Durch einen geringen Sauerstoffbedarf der Wurzeln kann die Tanne auch sauerstoffarme, wechselfeuchte, dichte Böden durchdringen.

Tannenaufforstungen müssen vor Wildverbiss durch Zäunung oder durch Behandlung des Terminaltriebes geschützt werden, da sie sehr anfällig auf den Verbiss durch die Schalenwildarten Reh- und Rotwild sind. Deshalb ist der natürliche Tannenanteil in Österreich auch immer geringer werdend.

Jetzt Bäume spenden und Klima retten.