Aufforstungsfläche Hollenbach als 360° Rundgang

Informationen

Geolocation: 48°49'50.8"N 15°21'30.6"E 
Flächengröße: 3,25 ha 

Baumarten und Stück:

• Lärche                  1.950 Stk.
• Douglasie            1.557 Stk.
• Roteiche             1.575 Stk.
• Rotbuche            1.440 Stk.
• Bergahorn          330 Stk.
• Schwarzerle       767 Stk.
• Rosskastanie     225 Stk.

Summe: 7.844 Stk.

Unsere Bäume. Regional, mitten im Waldviertel.

Laubbäume
Stieleiche und Traubeneiche (Quercus robur, Quercus petraea)

In Österreich kommen vor allem die beiden Eichenarten Stieleiche und Traubeneiche vor. Die Traubeneiche fühlt sich in wärmeren Lagen auf trockenen bis frischen, tiefgründigen Standorten wohl. Dagegen besiedelt die Stieleiche vor allem wechselfeuchte und auch staunasse Standorte. Eichen bilden wie die Tannen Pfahlwurzeln aus, wodurch sie in sehr tiefe Bodenschichten vordringen können.

Die Eichen sind eine sehr lichtbedürftige Baumart und benötigen aufgrund der Frostempfindlichkeit und des hohen Verbissdruckes durch Schalenwild, einen besonders hohen Pflegeaufwand während des Jugendstadiums. Vor allem die ökologische Bedeutung von Eichen, sowohl als lebender Baum, als auch als Totholz, ist beeindruckend. Auf keiner einheimischen Baumart leben mehr Insektenarten als auf Eichen.

Spitz-, Berg- und Feldahorn

In Österreich kommen drei verschiedene Ahornarten vor: der Spitzahorn, der Bergahorn und der Feldahorn.  Vom Bergahorn werden vor allem gut mit Wasser versorgte Standorte besiedelt. Dagegen gedeihen der Spitz- und Feldahorn auch auf mäßig mit Wasser versorgten Standorten. Im Waldviertel wird vor allem der Berg-, als auch der Spitzahorn aufgeforstet.

Die Ahornarten verjüngen sich auf passenden Böden sehr gut in der Naturverjüngung und die jetzt aufgeforsteten Bäume dienen in künftigen Generationen sehr gut als Samenbäume.

Rotbuche (Fagus sylvatica)

Die Rotbuche wird auch als die „Mutter des Waldes“ bezeichnet. Sie ist besonders gut an die Klima- und Bodenbedingungen in Mitteleuropa angepasst und gilt als eine der wichtigsten Baumarten im Hinblick auf den Klimawandel. Ohne menschliche Eingriffe wäre Mitteleuropa mit überwiegend Buchen bedeckt. Sie ist sehr anspruchslos was die Bodenbedingungen betrifft, solange es keine Extrembedingungen sind und wächst sowohl auf bodensauren, als auch auf kalkreichen Böden. Nur staunässe Böden und extrem trockene Standorte werden von der Rotbuche gemieden.

Leider ist die Buche als Schattenbaumart für Kahlflächen, welche nach einem flächigen Borkenkäferbefall oft entstehen, nur sehr bedingt geeignet, da die Buche Strahlungsfröste nicht gut verträgt und im Naturwald stets im Halbschatten aufwächst.

Winter- und Sommerlinde (Tilia cordata, Tilia playphyllos)

Die Winterlinde besiedelt eher die kühleren Regionen, erträgt aber dafür mehr Trockenheit als die Sommerlinde. Sie besiedelt auch Standorte, an welchen andere Baumarten starke Schwierigkeiten haben. So besiedelt sie auch lockere Schuttböden oder staunasse Böden, auf welchen sie im Gegensatz zu anderen Baumarten auch tief wurzeln kann. Sie ist im Allgemeinen sehr anpassungsfähig und gedeiht auch auf nährstoffärmeren Böden. Durch ihre starke Anpassungsfähigkeit hat sie auch gute Chance durch den Klimawandel eine wichtige Rolle einzunehmen.

Die Sommerlinde ist dagegen eine wärmeliebende Schattenbaumart, welche nährstoffreiche und gut wasserversorgte Böden bevorzugt. Saure und trockene Standorte werden eher gemieden. Sie spielt forstwirtschaftlich eine geringere Rolle als die Winterlinde, da die Sommerlinde stark spätfrostgefährdet ist.

Wildkirsche (Prunus avium)

Die Wildkirsche oder auch Vogelkirsche genannt, bevorzugt sonnige, warme Lagen mit tiefgründigen, nährstoffreichen Böden, wogegen sie nasskalte, dicht gelagerte und stark wechsel-trockene Böden meidet. Sie bildet ein Herzwurzelsystem mit weit reichenden Seitenwurzeln, aber geringer Feinwurzelintensität, aus.

Roteiche (Quercus rubra)

Die Roteiche hat ein Herzwurzelsystem, jedoch ist sie in der Jugend ein Pfahlwurzler. Ihre beste Wuchsleistung bringt sie an warmen Standorten. Sie ist überaus schnellwüchsig und kann bis zu 400 Jahre alt werden. Im Vergleich zu anderen Eichenarten ist diese Baumart resistenter gegen Schädlinge und Krankheiten. Ihren Namen verdankt sie den Blättern, da sich diese im Herbst leuchtend orange bis rot färben. Die Blätter sind relativ groß, sehr tief eingeschnitten und vorne spitz. Sie zeichnet sich durch ihre besondere Robustheit und ihre geringen Standortansprüche aus. Ihr Holz wird, ähnlich wie bei der Stiel- und Traubeneiche, häufig zur Herstellung von Fenstern und Türen sowie für Parkettholz verwendet.

Birke (Betula pendula)

Die Birke ist ein schnelles und hochwachsendes Gehölz. Sie kann bis zu 30 Meter hoch und 160 Jahre alt werden. Sowohl auf trockenen Böden wie Dünen, als auch auf nassen Böden wie auf Moor, gedeiht die Birke gut. Zudem bietet sie für viele Pilzarten, Flechten, Moose, Insekten und Säugetiere einen wertvollen Lebensraum. Sie leben in Symbiose in, an und auf der Birke. Viele Vogelarten sind auf die Birke als wichtige Winternahrungsquelle angewiesen. Außerdem ist sie eine der beliebtesten Futterpflanzen für unzählige Schmetterlinge.

Edelkastanie (Castanea sativa)

Die Edelkastanie erreicht eine Höhe von 25 Metern und kann bis zu 600 Jahre alt werden. Sie gedeiht auf einem frischen, lockeren und tiefgründigen Boden mit hohem Kalium-Phosphor- Gehalt. Dafür sind phosphorreiche vulkanische Böden geeignet. Ihr Wurzelsystem ist kräftig ausgeprägt. Sie bildet eine Pfahlwurzel mit wenigen Seitenwurzeln, welche aber intensiv verzweigt sind und den Boden gut erschließen. Die Ausbreitung erfolgt durch Eichhörnchen, Siebenschläfer, Krähen und Häher. Diese verstecken die Nahrungsvorräte im Boden. Die vergessenen Früchte keimen dann im Frühjahr aus.

Schwarz-Erle (Alnus glutinosa)

Die Schwarz-Erle erreicht eine Höhe von 30 Metern mit einem Stammdurchmesser von bis zu einem Meter. Diese Baumart wird meist 100 bis 120 Jahre alt, was ein vergleichsweise geringes Alter darstellt. Da die Schwarz-Erle nasse Standorte bevorzugt, wächst der sommergrüne Laubbaum oft in Bruchwäldern, Feucht-/ Nasswiesen und an Sumpfstandorten. Sie gilt auch als Moor- und Sumpfgehölz. Die Schwarz-Erle war damals ein traditioneller Färbebaum: Aus den Blüten wurden grüne Farbstoffe und aus den Zweigen wurden braune Farbstoffe gewonnen. Die Rinde der Schwarz-Erle wurde zusammen mit Eisen über Tage in Wasser gelegt, um mit der daraus entstandenen Substanz Leder schwarz zu färben.

Nadelbäume
Europäische Lärche (Larix decidua)

Die Europäische Lärche ist die einzige europäische Nadelbaumart, welche die Nadeln im Winter verliert.

Man findet die Lärche vor allem im Gebirge. Da sie aber als Bau- und Möbelholz sehr geschätzt wird, wurde sie in vielen Teilen Österreichs aufgeforstet. So ist z.B. die Wienerwaldlärche sehr bekannt. Sie hat unter den Nadelhölzern das härteste und schwerste Holz. Sie wird vor allem als Sichtholz verwendet, da der leicht rötliche Farbton sehr ansprechend ist.

Als Lichtbaumart benötigt die Lärche regelmäßig Platz zum Wachsen, weswegen sie vor allem in den ersten Jahren von benachbarten Bäumen freigestellt wird. So wird verhindert, dass die Lärche von schattenverträglicheren Baumarten verdrängt werden kann.

Sie fühlt sich vor allem auf frischen bis mäßig frischen, gut durchlüfteten Böden wohl.

Waldkiefer (Pinus sylvestris)

Die Waldkiefer ist ein immergrüner Nadelbaum, welcher in seiner Jugendphase, wie auch die Lärche, sehr viel Licht benötigt. Sie ist vor allem auf mageren Böden eine oft bestandesbildende Baumart und besiedelt oft mäßig trockene, lockere Böden unabhängig vom Grundgestein. Die Waldkiefer ist sehr anpassungsfähig und gegen Frost und Hitze relativ unempfindlich. Daher bietet sie sich gerade in Bezug auf den Klimawandel sehr gut an.

Fichte (Picea abies)

Die Fichte ist die mit Abstand häufigste Baumart in Österreich und wird oft als „Brotbaum der Forstwirtschaft“ bezeichnet. Sie ist eine immergrüne Baumart und erreicht eine Höhe von maximal 40 Meter. Als Flachwurzler gelangt sie nur an die obersten Bodenschichten und ist damit sehr anfällig auf Wassermangel. Die Fichte ist eine eher anspruchslose Baumart was den Nährstoffgehalt des Bodens betrifft.

Sie wurde viele Jahre auf nicht passenden Standorten als Monokultur aufgeforstet. Durch einigen sehr trockenen und heißen Jahren in niedrigen Lagen wurde die Fichte zusätzlich sehr stark geschwächt und daraufhin massenhaft vom Borkenkäfer befallen.

Somit wandert sie nun allmählich in höhere Lagen ab ca. 800 Meter Seehöhe.

Weißtanne (Abies alba)

Die Weißtanne gehört zu den hoffnungsvollsten Baumarten angesichts des Klimawandels. Sie ist eine sehr schattentolerante Baumart, welche vor allem in der Jugendphase auch mit sehr schlechten Lichtverhältnissen bestens zurechtkommt. Sie ist eine wichtige Mischbaumart, welche vor allem im Fichten-Tannenwald, als auch im Fichten-Buchen-Tannenwald bis auf eine Seehöhe von 2000 m vorkommt.

Die Tanne erschließt mit ihrem stark ausgebildeten Pfahlwurzelsystem auch dichte Böden und zählt zu den am tiefsten wurzelten Baumarten. Damit kann sie natürlich auch Grundwasser in tiefen Lagen erreichen und ist somit nicht so anfällig auf trockene Sommer. Außerdem schützen sie die in die Tiefe ragenden Wurzeln vor Sturmereignissen. Gleichzeit wird so auch der Waldboden vor Erosionen und Rutschungen geschützt. Durch einen geringen Sauerstoffbedarf der Wurzeln kann die Tanne auch sauerstoffarme, wechselfeuchte, dichte Böden durchdringen.

Tannenaufforstungen müssen vor Wildverbiss durch Zäunung oder durch Behandlung des Terminaltriebes geschützt werden, da sie sehr anfällig auf den Verbiss durch die Schalenwildarten Reh- und Rotwild sind. Deshalb ist der natürliche Tannenanteil in Österreich auch immer geringer werdend.

Douglasie (Pseudotsuga menziesii)

Die ursprünglich aus Nordamerika stammende Douglasie wird in Europa häufig in Parkanlagen und an forstlichen Standorten, die für Fichte und Kiefer zu nass bzw. zu trocken sind, gepflanzt.

Die Douglasie gehört zu den immergrünen Nadelbäumen. Ihre zerriebenen Nadeln duften nach Orangen/Zitronen und sind dadurch ein gutes Erkennungsmerkmal.

Sie ist ziemlich anspruchslos, was die Standortauswahl betrifft, und kommt auch mit weniger Feuchtigkeit besser zurecht als die Fichte.

Die Welt grüner gestalten!